Wintersemester 2024/2025
Aus unserem SPIRITUELLEN IMPULS zum Semester-Start am Montag 17.03.2025
Bibel-Stelle (Gal 5,13-25 - in Auszügen)
Durch Christus seid ihr dazu berufen, frei zu sein, liebe Brüder u. Schwestern! Aber benutzt diese Freiheit nicht als Deckmantel, um eurem […] selbstsüchtigen Wesen nachzugeben. Vielmehr dient einander in Liebe. Denn wer dieses eine Gebot befolgt: “Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!“, der hat das ganze Gesetz erfüllt. Wenn ihr aber wie wilde Tiere übereinander herfallt, dann passt nur auf, dass ihr euch dabei nicht gegenseitig fresst!
Darum sage ich euch: Lasst euer Leben von Gottes Geist bestimmen. […] [Er und unsere Selbstsucht] kämpfen gegeneinander, so dass ihr das Gute, das ihr doch eigentlich wollt, nicht frei tun könnt. […] Gebt ihr […] eurer Selbstsucht nach, ist ja offensichtlich, wohin das führt: zu [...] [unmoralischem] Leben, Götzenanbetung, abergläubischem Vertrauen auf übersinnliche Kräfte. Dann bestimmen unser Leben Feindseligkeit, Streit, Eifersucht, […] Neid […] und ähnliches. […]
Dagegen bringt der Geist Gottes in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe, Freude und Frieden; Geduld, Freundlichkeit und Güte; Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung. […] Durch Gottes Geist haben wir ein neues Leben, darum wollen wir uns jetzt ganz von ihm bestimmen lassen.“ [Übersetzung: Hoffnung für alle; bearbeitet + gekürzt: ml]
Besinnliche Gedanken
Liebe Studierende, liebe Dozierende, liebe Mitarbeitende, am Anfang dieses neuen Semesters wollen wir das Leitbild der OTH in den Blick nehmen: „Leistung – Stil – Gemeinschaft.“ Wir wollen heute besonders „Stil“ in den Mittelpunkt stellen. Besonders im Kontext unseres Zusammenlebens an der Hochschule. Stil ist nicht nur eine Frage des äußeren Erscheinungsbildes, sondern auch eine Haltung, die wir im Umgang miteinander einüben und einnehmen sollen. Es geht darum, wie wir die Welt und die Menschen um uns herum wahrnehmen.
Stil beginnt zuallererst im Herzen. Wenn wir mit einem liebevollen Blick auf unsere Kommilitonen schauen bzw. auf die Menschen, mit denen wir hier zusammen unterwegs sind, verändert sich unsere Wahrnehmung. In der Bibel heißt es: „Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ Diese Liebe, die wir von Gott empfangen haben, sollten wir weitergeben. An der Hochschule treffen wir auf Menschen aus den unterschiedlichsten Hintergründen und Kulturen. Wenn wir ihnen einen liebevollen Blick schenken (Herzchenbrille aufsetzen), können wir die guten Eigenschaften in unseren Mitmenschen sehen. Wir erkennen ihre Stärken und Talente und schätzen sie für das, was sie sind – sei es ein kreativer Geist, ein hilfsbereiter Freund oder ein engagierter Mitstudent. Und es fällt uns leichter, auch über die Schwächen hinwegzusehen und Differenzen leichter auszuhalten. (Brille)
Stil meint aber auch den wertschätzenden Umgang:
Ein liebevoller und wertschätzender Umgang ist der Schlüssel zu einem harmonischen Miteinander, besonders in einem Umfeld, das oft von Stress und Konkurrenz geprägt ist. Und auch hierzu können wir in der Bibel die Aufforderung lesen: „Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einander, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“ Wenn wir uns gegenseitig mit Respekt und Freundlichkeit begegnen, schaffen wir eine Atmosphäre, in der jeder sich wertgeschätzt und angenommen fühlt. Dies ist besonders wichtig in Gruppenarbeiten, bei Projekten, wo wir oft aufeinandertreffen und auch auf den anderen angewiesen sind.
Die Herzchenbrille ist ein wunderbares Bild dafür, wie wir die Welt sehen können. Wenn wir sie aufsetzen, sehen wir nicht nur die Fehler und Schwächen anderer, sondern auch ihre Schönheit und Einzigartigkeit. Wir lernen, die kleinen Dinge zu schätzen – ein Lächeln, eine freundliche Geste oder ein aufmunterndes Wort. Diese kleinen Dinge können einen großen Unterschied im Miteinander machen. An der Hochschule können wir durch einfache Gesten wie das Anbieten von Hilfe beim Lernen oder das Teilen von Ressourcen eine positive Gemeinschaft fördern.
Wir haben einen Gott, der uns alle liebevoll anblickt und uns sieht und der uns liebt. An den Tagen, an denen es uns gut geht. Aber auch in schweren und stressigen Zeiten. Ich wünsche Ihnen, dass Sie besonders dann, Gottes liebevollen Blick auf sich spüren, den wohlwollenden Blick von anderen und dass es Ihnen dann auch gelingt, sich selbst wertschätzend anzuschauen.
Sicher wird uns das nicht immer gelingen, sicher wird es auch in diesem Semester immer wieder Momente geben, in denen wir an unsere Grenzen kommen, Meinungsverschiedenheiten haben oder Unverständnis untereinander herrscht. Doch wir möchten Sie ermutigen, immer wieder auch Pausen einzulegen, vielleicht auch die Brille zur Hand zu nehmen und durch sie auf die Situation zu schauen. Ein guter Umgangsstil mit sich selbst und anderen ist geprägt von Toleranz und Vielfalt und fördert eine achtsame Kultur des Miteinanders, in der man sich gegenseitig unterstützt und sich selbst und andere respektvoll behandelt.
Dazu gebe Gott uns an jedem einzelnen Tag seine Hilfe und schenke uns seinen liebvollen Blick, damit wir uns und andere immer wieder liebevoll anschauen können.
(Jessica Hüttner)